Dankesworte von Irmela Mensah-Schramm zur Jochen-Bock-Preisverleihung am 28. Juni 2019
"Die ja unlängst von Politikern geforderte Zivilcourage muss ja auch ein bisschen weh tun! Das gilt sicher auch für mich!"
"Die ja unlängst von Politikern geforderte Zivilcourage muss ja auch ein bisschen weh tun! Das gilt sicher auch für mich!"
"Da braucht es Menschen, die sagen was ist. Die immer wieder aufstehen. Und die ganz praktische Taten folgen lassen. Praktische Taten, das meint im Fall von Irmela Mensah-Schramm seit mehr als 30 Jahren das Entfernen von extrem rechter Propaganda im öffentlichen Raum wie Aufkleber und Graffiti und deren Dokumentation."
"Danke für den Jochen-Bock-Preis, der mich alten Neunzigjährigen daran erinnert, was heute dran ist und weitergehen muss."
"Sie, lieber Heino Falcke, sind zur Stelle. Sie schweigen nicht. Sie setzen sich für die Schwachen unserer Gesellschaft ein. Sie setzen sich gegen jegliche Menschenfeindlichkeit ein."
"Gerade in den heutigen Zeiten verstehe ich diese Ausstellung als Mahnung gegen Diktatur und für eine Demokratie, in der Meinungsvielfalt und die Freiheit des Menschen ein hohes Gut sind."
"Wir machen deutlich, dass Erinnerungspolitik sich nicht in uninteressanten Ritualen von gestern erschöpft, sondern eine Geschichte verbirgt, die einen Betrieb und eine Straße aus der eigenen Stadt plötzlich mit der großen Diktatur- und Verbrechensgeschichte des 20. Jahrhunderts in Verbindung bringt."
"Die Ausstellung zeigt am Beispiel von Paul Schäfer, wie Legendenbildung und Geschichtsverdrehung in der DDR erfolgte und nicht in das Geschichtsbild passende Teile seines Schicksals, wie seine Hinrichtung in der Sowjetunion, verschwiegen oder sogar gefälscht wurden."
"Es ist jedenfalls eine beträchtliche Leistung, dass ein Erinnerungsort zum Nationalsozialismus eine Ausstellung zeigt und selbst erarbeitet, die zugleich im Rahmen des Thüringer Themenjahres "Industrialisierung und soziale Bewegungen" stattfindet und den dort sonst eher raren Aspekt der sozialen Kämpfe und Bewegungen akzentuiert."
"Es ist wichtig, Fragen nach Verantwortung, Handlungsspielräumen, Motiven und Schuld zu stellen."
"Jedoch kommt niemand um die Erkenntnis herum, dass es sich nicht ausschließlich um fanatische Anhänger der NS-Diktatur handelte, die die Massenvernichtung unschuldiger Menschen möglich machten."