Das Bildungsangebot dauert 135 Minuten (=drei Schulstunden) und ist als Workshop konzipiert. Es eignet sich für den Einsatz im Geschichts-, Ethik- oder Sozialkundeunterricht, in Projekttagen sowie in der außerschulischen Bildungsarbeit. Ziel ist es, historisches Wissen zu vermitteln, Empathie zu fördern, Parallelen zur Gegenwart zu reflektieren und Handlungsmöglichkeiten gegen Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu entwickeln.
Der Workshop wählt dafür den Zugang über die Alltagserfahrungen einer jüdischen Schülerin und macht so die Folgen des mörderischen Antisemitismus im Nationalsozialismus greifbar. Im Sinne eines kritischen Geschichtsbewusstseins verbindet es forschendes Lernen mit der Sensibilisierung für die Gefahren des Antisemitismus als historisches und aktuelles, sich wandelndes, im Kern aber stets menschenfeindliches Phänomen.
Die Teilnehmenden arbeiten mit Dokumenten und Stimmen der Familie Feiner aus mehreren Zeitschichten: dem 1935 in Erfurt begonnenen und 1939 in Palästina beendeten Tagebuch von Miriam als Webanwendung, ihrem Brief an eine Erfurter Gruppe von Schülerinnen von Dezember 2000 sowie dem Videozeugnis ihres Enkels Yonathan (Yoni) Saly aus Israel, der zur Stolpersteinverlegung für die Familie seiner Großmutter Erfurt im September 2025 besuchte. Zur Erarbeitung stehen den Jugendlichen thematische Arbeitsblätter und Hintergrundtexte zur Verfügung.
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Foto: Der Workshop arbeitet mit Dokumenten der Familie aus mehreren Zeitschichten.
Foto: © Erinnerungsort Topf & Söhne
Das Material und seine didaktische Aufbereitung schaffen direkte Bezüge zur Lebenswelt der Jugendlichen. Offene Gesprächsformate, Freiwilligkeit und Respekt vor persönlichen Grenzen sind zentrale Prinzipien bei der Umsetzung des Konzepts. Die Lehrkraft sollte den Lernprozess begleiten, für eine wertschätzende Gesprächskultur sorgen und Raum für individuelle Reaktionen bieten.