Wie Demokratie an der Schule stärken?
„Schulen sind keine neutralen Räume gegenüber Demokratie- und Menschenfeindlichkeit“
Was erleben Menschen, die sich an Thüringer Schulen für die Verteidigung der Demokratie gegen den Rechtsextremismus engagieren? Einerseits ist das Interesse unter Jugendlichen weiterhin groß, aus nationalsozialistischem Unrecht zu lernen und sich aktuellen Formen des Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu widersetzen. Doch andererseits stoßen eine kritische Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Haltungen und eine klare Position für die Demokratie auch innerhalb der Schule zunehmend auf aggressive Ablehnung. So kam es vor, dass eine Koordinationsstelle für Bildungsangebote zum Thema Diskriminierung von Familienangehörigen unter Druck gesetzt wurde, nachdem Schülerinnen und Schüler ein solches Angebot an ihrer Schule besucht hatten. Gerade bei jüngeren Schülern können rechtsextreme Kräfte ihren Einfluss ausweiten. Lehrkräfte, die für Demokratie und Menschenrechte eintreten, fühlen sich zum Teil allein gelassen.
Anfang November 2025 haben Teachers for Future, die GEW, Greenpeace, die Bundesschülerkonferenz, Eltern gegen Rechts und die Deutsche Vereinigung für Politische Bildung die Kampagne Schule zeigt Haltung – Lehrkräfte stärken gegen Hass und Hetze gestartet. Sie halten fest: »Schulen sind keine neutralen Räume gegenüber Demokratie- und Menschenfeindlichkeit. Sie haben den Auftrag, junge Menschen auf dem Weg zur Mündigkeit zu begleiten und sie gegen Hass, Ausgrenzung und antidemokratische Tendenzen zu stärken. Demokratie muss an Schulen gelebt und geschützt werden. Sie braucht Haltung – Neutralität ist keine Option!«
Über 250.000 Menschen haben inzwischen ihre Forderung an die Kultus- und Bildungsministerien und die nachgeordneten Behörden unterstützt: „Damit Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte in ihrem demokratischen Bildungsauftrag gestärkt werden, braucht es JETZT deutliche und sichtbare Rückendeckung von den zuständigen Ministerien und Schulaufsichtsbehörden – in Form von klaren Leitlinien und Rechtssicherheit, tragfähigen Beratungs- und Unterstützungsstrukturen sowie mehr Ressourcen zur Stärkung der Politischen Bildung in der Schule."
Das Podium soll ein ehrliches Benennen der Probleme genauso wie einen solidarischen Austausch und ein voneinander Lernen ermöglichen sowie Wege und Handlungsbedarfe aufzeigen.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bücher aus dem Feuer