Wie Antisemitismus mit Bildung begegnen?

21.05.2026 11:00 – 21.05.2026 13:00

Pressevorstellung der neuen multimedialen und online abrufbaren Unterrichtsmaterialien Antisemitismus als Menschenfeindlichkeit. Miriams Tagebuch,
ein Zeugnis nationalsozialistischer Verfolgung und jüdischer Selbstbehauptung

Prof. Dr. Annegret Schüle,
Leiterin des Erinnerungsortes Topf & Söhne
Rebekka Schubert,
Gedenkstättenpädagogin am Erinnerungsort Topf & Söhne
Dr. Miriam Rieger,
Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Prof. Dr. Reinhard Schramm,
Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen
Michael Panse,
Beauftragter der Landesregierung für jüdisches Leben in
Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus

Blick in die Ausstellung MIRIAMS TAGEBUCH. Die Geschichte der Erfurter Familie Feiner
Das Tagebuch von Marion/Miriam Feiner war im Original in der Ausstellung und ist als Web-App Teil der Bildungsmaterialien. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt, Boris Hajduković
21.05.2026 13:00

Wie Antisemitismus mit Bildung begegnen?

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Das Unterrichtsmaterial ist für drei Schulstunden konzipiert und eignet sich für den Einsatz ab Klassenstufe 8

Antisemitismus ist eine sehr alte Form von Menschenfeindlichkeit. Er richtet sich gegen Jüdinnen und Juden, hat jedoch mit ihrem Verhalten nichts zu tun, sondern beruht allein auf jahrhundertealten Vorurteilen, Stereotypen und Verschwörungsmythen gegen sie. Er ist eine Vorstellung vom Jüdischen, die ausschließlich eine Funktion für den Antisemiten hat.

Wie dieser besonderen, vielschichtigen und wandelbaren Form der Menschenfeindlichkeit mit Bildung begegnen? Mit dem gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, dem Omas gegen Rechts Erfurt e.V. und dem Förderkreis Erinnerungsort Topf & Söhne e.V. entwickelten Unterrichtsmaterialien macht der Erinnerungsort Topf & Söhne ein neues, multimediales und online abrufbares Angebot. Es basiert auf der ab 2023 im Erinnerungsort Topf & Söhne gezeigten Sonderausstellung Miriams Tagebuch. Die Geschichte der Erfurter Familie Feiner. Die zwei Töchter Marion und Charlotte konnten den Nationalsozialisten durch Flucht entkommen, in Palästina nannten sie sich Miriam und Jael. Den Eltern Joseph und Adele Feiner wurde eine Einreise dorthin verwehrt, sie wurden von den Nationalsozialisten nach ihrer Abschiebung in Polen ermordet.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Dokumenten der Familie Feiner aus mehreren Zeitschichten: dem 1935 in Erfurt begonnenen und 1939 in Palästina beendeten Tagebuch von Marion/ Miriam Ziv, geb. Feiner, ihrem Brief an eine Erfurter Schülerinnengruppe von 2000, ihrem für die Familie verfassten Lebensrückblick sowie dem Videozeugnis ihres in Israel lebenden Enkels Yonathan (Yoni) Saly anlässlich seines Besuchs in Erfurt 2025 zur Stolpersteinverlegung für seine Vorfahren. Zur Erarbeitung stehen den Jugendlichen thematische Arbeitsblätter und Hintergrundtexte zur Verfügung. Mit dem Zugang über die Alltagserfahrungen einer jüdischen Schülerin kann das Bildungsangebot Antisemitismus als Menschenfeindlichkeit. Miriams Tagebuch, ein Zeugnis nationalsozialistischer Verfolgung und jüdischer Selbstbehauptung die Folgen des mörderischen Antisemitismus im Nationalsozialismus und Palästina/ Israel als Zufluchtsort greifbar machen. Forschendes Lernen an multimedialen Quellen schafft dabei ein kritisches Geschichtsbewusstsein für die Gefahren des historischen wie des aktuellen Antisemitismus.

Das Bildungsangebot ist als Workshop von 135 Minuten (drei Schulstunden) konzipiert und eignet sich für den Einsatz ab Klassenstufe 8 im Geschichts-, Ethik- oder Sozialkundeunterricht, in Projekttagen sowie in der außerschulischen Bildungsarbeit. Alle für die Durchführung des Workshops notwendigen Medien, eine Handreichung für Lehrkräfte, das Tagebuch als Web-App, die Arbeitsblätter und Hintergrundtexte sowie die Videosequenzen mit dem Zeugnis von Yonathan (Yoni) Saly werden mit der Präsentation auf der Webseite des Erinnerungsortes Topf & Söhne bereitgestellt: www.topfundsoehne.de/ts153540

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bücher aus dem Feuer