Neue Ausstellungen der städtischen Museen und Galerien im Jahr 2026

16.01.2026 08:38

Der Ausstellungskalender der städtischen Museen und Galerien ist 2026 gut gefüllt – und besonders vielfältig: Es geht um Erfurt als Sportstadt, Frauen in Kunst und Gesellschaft, eine tierische Wohngemeinschaft und vieles mehr. Die folgende Übersicht zeigt, welche Ausstellungen in diesem Jahr neu eröffnen.

Überblick

Naturkundemuseum | Arten und Orte, wahrnehmen

Foto: Graue Skabiose Foto: © Hochschule Anhalt

20. Januar bis 15. März 2026

Im Projekt „Die Graue Skabiose und ihre Lebensräume im mitteldeutschen Verbreitungsgebiet – erhalten – schützen – fördern“ setzt sich die Hochschule Anhalt für wertvolle, aber gefährdete Artengemeinschaften der Trockenrasen ein.

Die Ausstellung ist im Austausch und in Zusammenarbeit mit den Künstlerinnen Inken Hemsen und Katrin Röder sowie der Cellistin Christina Meißner entstanden.

Inspiriert von Pflanzenarten und deren Lebensräumen haben sich die Künstlerinnen auf ihre ganz eigene Weise mit den Arten, Orten und Themen des Projektes auseinandergesetzt. Entstanden sind unterschiedliche Perspektiven, neue Sicht- und Hörweisen. Informationen zu verschiedenen Aspekten wie Vielfalt in der Kulturlandschaft, Landschaftswandel, Möglichkeiten und Grenzen des Artenschutzes stehen den Werken gegenüber.

Die Ausstellung „Arten und Orte, wahrnehmen“ zeigt die entstandenen Arbeiten von Mai 2023 bis März 2026 an interessanten Orten in Projektgebiet in Sachsen-Anhalt und Thüringen, bis Mitte März auch im Naturkundemuseum Erfurt.

Naturkundemuseum | Die Vogel-WG

Foto: Magdalena Heinroth Foto: © Oskar Heinroth/Klaus Nigge, Staatsbibliothek Berlin

13. Februar bis 3. Mai 2026

Die Ausstellung erzählt die unglaubliche Geschichte des Naturforscherpaares Oskar und Magdalena Heinroth, die Anfang des 20. Jahrhunderts in ihrer Berliner Mietwohnung die Küken von 250 verschiedenen Vogelarten vom Schlüpfen aus dem Ei an aufzogen. Jede Entwicklungsphase der Jungvögel wurde akribisch fotografisch dokumentiert. Glücklicherweise überstanden viele der originalen Fotoplatten den Zweiten Weltkrieg.

Die „Vogel-WG“ war Besuchsmagnet für Wissenschaftler aus aller Welt. Mit ihren Studien an insgesamt 1.000 Vogelindividuen – am Ende in einem vierbändigen Buchwerk publiziert – wurden Oskar und Magdalena Heinroth zu den Begründern der Verhaltensforschung. Der Nobelpreisträger Konrad Lorenz war ihr berühmtester Schüler. Oskar Heinroth war Direktor des damals weltgrößten Aquariums der Welt im Berliner Zoo.

Die Ausstellung zeigt das hautnahe Zusammenleben des Forscherpaares mit den unterschiedlichsten Vögeln – vom winzigen Zaunkönig bis zum riesigen Seeadler – anhand von Tagebüchern und Fotoserien, die aus dem Heinroth-Nachlass in der Staatsbibliothek Berlin stammen.

Naturkundemuseum | Insekten. Wunderwerke der Evolution

Foto: Prachtkäfer Foto: © Konrad Kürbis

18. Juni 2026 bis 4. April 2027

Insekten sind die „Gewinner“ der Evolution. Über 80 Prozent aller Tierarten der Erde sind Insekten. Sie besiedeln nahezu alle Lebensräume (außer offene Meere), zeigen unglaubliche ökologische Anpassungen und biologische Leistungen. Ihre Fortpflanzungsvarianten sind äußerst vielfältig. Insekten schaffen die Grundlagen unserer Ernährung, können aber auch für den Menschen zur Gefahr werden, indem sie Krankheiten übertragen oder Nahrungsgrundlagen zerstören. Sie sind sowohl ästhetisch schön als auch erschreckend hässlich.

In einer Sonderausstellung zeigt das Naturkundemuseum vielfältige Insektenpräparate sowie Fotos und Filmaufnahmen. Zahlreiche Aspekte der Biologie, Ökologie, Entwicklungsgeschichte und wirtschaftlichen Bedeutung dieser artenreichen Tierklasse werden näher beleuchtet. Begleitend wird ein umfangreiches Programm mit museumspädagogischen Veranstaltungen angeboten.

Eröffnet wird die Ausstellung am 18. Juni um 19:00 Uhr.

Angermuseum | Dem Himmel so nah. Wolken in der Kunst

Foto: Geoffrey Hendricks, Sky Boots II, 1990, Acryl auf Lederschuhen Foto: © Heinrich W. Risken Stiftung

29. März bis 6. Juli 2026

Der Blick auf Wolken gehört zur alltäglichen Erfahrung und doch sind Wolken als vielgestaltige, permanent veränderliche Erscheinungen immer wieder etwas Besonderes, Faszinierendes. Die Ausstellung widmet sich dem Motiv der Wolken in der Kunst und bringt Werke verschiedener Epochen in einen Dialog mit der Gegenwartskunst.

Die Bedeutung von Wolkenbildern reicht von der religiösen Symbolik des Mittelalters über die erhabenen, stimmungsbetonten Landschaften der Romantik bis hin zu naturwissenschaftlich geprägten Sichtweisen des Realismus. In der Gegenwartskunst schließlich werden Wolken verstärkt mit politischen Themen wie dem Klimawandel in Verbindung gebracht oder auch zum Mittel poetischer Verwandlungen von Alltagsgegenständen.

Die Ausstellung versammelt Werke aus über 500 Jahren und umfasst rund 30 internationale Positionen, von Albrecht Dürer bis Yoko Ono. Sie alle machen mit ihrer Kunst eines deutlich: Unsere Beziehung zum Himmel und seinen Phänomenen ist immer auch von tiefer emotionaler und existenzieller Bedeutung.

Angermuseum | Rudolf und Ilse Franke Grafik-Lab

Bild: Friedrich Nerly, Tempelruine in Selinunt, 1834, Aquarell Bild: © Angermuseum Erfurt/Dirk Urban

ab 17. Mai 2026

Anlässlich des Internationalen Museumstages am 17. Mai 2026 wird im Angermuseum ein partizipationsorientiertes Grafik-Lab eröffnet. Ziel ist es, den bedeutenden Grafikbestand von Friedrich Nerly wissenschaftlich zu erschließen, zu digitalisieren und der Öffentlichkeit zu vermitteln. So sollen in dem Raum Besucherinnen und Besucher, aber auch Schüler- und Studierendengruppen Einblicke hinter die Kulissen musealer Arbeit erhalten. Dazu gehört auch die Arbeit der Restauratorinnen und des Museumsfotografen, die mit Arbeitsterminals vor Ort sein werden. So wird der Raum zum Lernort.

Das Museum knüpft damit an die lange Grafik-Tradition der Stadt Erfurt an und würdigt zudem das Wirken des Erfurter Grafiksammler-Paares Rudolf und Ilse Franke, deren 14.000 Werke umfassende Privatsammlung 2004 ans Angermuseum kam. Nach der Bearbeitung des Nerly-Bestandes dient das Grafik-Lab der weiteren Digitalisierung und musealen Vermittlung der grafischen Bestände des Angermuseums.

Angermuseum | Nur Mut! Eva Bruszis – Wege und Welten in der Grafik

Bild: Eva Bruszis, Kreis, 1997 Bild: © Stadtverwaltung Erfurt/Dirk Urban

23. August 2026 bis 11. Januar 2027

Die Erfurter Grafikerin Eva Bruszis (geb. 1944) hat in den vergangenen vier Jahrzehnten ein herausragendes druckgrafisches Werk geschaffen. Darin erkundet sie nicht nur die eigene, von Fantasie und Ängsten geprägte Gedankenwelt, sondern reflektiert die gesellschaftlichen Umstände ihres Schaffens. Sie zählt zu den wenigen Künstlerinnen ihrer Generation, die sich seit der friedlichen Revolution 1989 im Osten Deutschlands behauptet und entfaltet haben. Als Hochschuldozentin in Erfurt nahm sie Einfluss auf die künstlerische Entwicklung vieler Studierender.

Das Angermuseum widmet ihr eine erste umfangreiche museale Ausstellung, zu der eine Publikation erscheint.

Kunsthalle | Women in the Dark – Aufruhr des Schweigens

Foto: Women in the Dark Foto: © Franziska Greber

14. März bis 31. Mai 2026

Mit der Ausstellung „Women in the Dark – Aufruhr des Schweigens“ der Schweizer Künstlerin Franziska Greber öffnet die Kunsthalle Erfurt einen Raum, in dem Kunst und Menschenrechte unmittelbar miteinander in Dialog treten. Die Ausstellung soll ein deutliches Zeichen setzen, dass Gewalt gegen Frauen kein privates, sondern ein gesellschaftliches Problem ist.

Im Sinne der Istanbul Konvention will diese Ausstellung Sichtbarkeit schaffen, Betroffenheit auslösen und zum Handeln ermutigen. Sie gibt den Stimmen von Frauen – oft überhört, oft verdrängt – einen öffentlichen Resonanzraum und lädt dazu ein, Verantwortung zu übernehmen, hinzuschauen und Veränderungen zu ermöglichen.

„Women in the Dark“ als internationales, partizipatives und transdisziplinäres Kunstprojekt leistet einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion um Diskriminierung, Gewalt, Gleichberechtigung und Geschlechterstereotypen.

Die Eröffnung findet am 13. März um 18:00 Uhr statt.

Kunsthalle | Women in the Dark – Aufruhr des Schweigens

14. Juni bis 9. August 2026

Mit der Ausstellung „Women in the Dark – Aufruhr des Schweigens“ der Schweizer Künstlerin Franziska Greber öffnet die Kunsthalle Erfurt einen Raum, in dem Kunst und Menschenrechte unmittelbar miteinander in Dialog treten. Die Ausstellung soll ein deutliches Zeichen setzen, dass Gewalt gegen Frauen kein privates, sondern ein gesellschaftliches Problem ist.

Im Sinne der Istanbul Konvention will diese Ausstellung Sichtbarkeit schaffen, Betroffenheit auslösen und zum Handeln ermutigen. Sie gibt den Stimmen von Frauen – oft überhört, oft verdrängt – einen öffentlichen Resonanzraum und lädt dazu ein, Verantwortung zu übernehmen, hinzuschauen und Veränderungen zu ermöglichen.

„Women in the Dark“ als internationales, partizipatives und transdisziplinäres Kunstprojekt leistet einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion um Diskriminierung, Gewalt, Gleichberechtigung und Geschlechterstereotypen.

Die Eröffnung findet am 13. März um 18:00 Uhr statt.

Kunsthalle | MalerinnenNetzwerk

Foto: MalerinnenNetzwerk Foto: © Miriam Vlaming

14. Juni bis 9. August 2026

Schon lange haben Künstlerinnen erkannt, dass kollektives Handeln stärkt. Diesen Gedanken aufnehmend, haben sich Künstlerinnen aus Berlin und Leipzig zum MalerinnenNetzWerk (MNW) zusammengeschlossen. Das Netzwerk versteht sich als eine Plattform für zeitgenössische Malerei mit dem Ziel, die Sichtbarkeit von Künstlerinnen durch eine konzentrierte Ausstellungsaktivität zu erhöhen und ihren Austausch und ihre Vernetzung zu fördern.

Seit Herbst 2015 stellen die Künstlerinnen des MNW in unterschiedlichen Konstellationen in Museen, Galerien und anderen Kunsträumen aus. Über die Ausstellungen hinaus organisieren sie regelmäßig Ateliertreffen mit Werkbesprechungen, geben gemeinsam Publikationen heraus und unterstützen sich auf vielfältige Weise.

Die Präsentation in der Kunsthalle ist thematisch offen. Es werden unterschiedliche Positionen und Ansätze im Bereich eines klassischen Mediums vorgestellt und neue Tendenzen aufgezeigt. Darin eingeschlossen sind auch medienspezifische Fragestellungen. Hierzu sind zwölf Künstlerinnen des Netzwerkes eingeladen.

Die Eröffnung findet am 13. Juni um 18:00 Uhr statt.

Kunsthalle | StipVisite

26. Juni bis 20. September 2026

Informationen folgen

Kunsthalle | Mona Kuhn

30.August bis 8. November 2026

Informationen folgen

Kunsthalle | Life_Ticker. Fotografie und Bildpublizistik

18. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027

Informationen folgen

Galerie Waidspeicher | Why so serious? Kunst, die Spaß macht

18. August 2026 bis 14. März 2027

Was haben eine Hüpfburg, eine Schießbude und eine Tischtennisplatte gemeinsam? Richtig, alle drei stehen für Spaß! Kunst, die zum Anfassen einlädt, ist eher ungewöhnlich, aber dennoch möglich. Die Ausstellung Why so serious? verzichtet auf die üblichen Hinweise wie „Bitte nicht berühren“ oder „Nicht anfassen“. Sie lädt zum direkten Kontakt mit (fast) allen Kunstwerken ein, denn das Thema der Gruppenausstellung ist „Kunst, die Spaß macht“.

Mit Humor, Witz, Ironie und vielen Angeboten zur freien Teilhabe zeigt „Why so serious?“ Kunst ohne Beschränkungen und bricht eine Lanze für populäre Ansätze anstatt überholter traditioneller Vorstellungen von Kunst als unantastbare Hochkultur. Stattdessen sind die künstlerischen Positionen zugänglich und anti-elitär. Dementsprechend wird die Ausstellung zusätzlich von einem umfangreichen Workshop-Programm begleitet werden.

Schloss Molsdorf | Katharina Sieg. Schnabelhasen Himbeergrün

Foto: Katharina Sieg, Die Hafenmännchen von Hamburg, ein Märchen von Heinrich Spiero, Junius Verlag 2021 Foto: © Katharina Sieg/Junius Verlag

24. Mai bis 25. Oktober 2026

Magisch und eigenwillig: Unter dem Titel „Schabelnasen Himbeergrün“ zeigt die Illustratorin Katharina Sieg ihre farbenfrohen Arbeiten im Schlossmuseum Molsdorf.

Die Ausstellung lädt kleine und große Besucherinnen und Besucher ein, in die wunderbare Welt der Kinderbuchillustration einzutauchen – zwischen schillernden Figuren, verwunschenen Landschaften und feinem Humor. Mit einer Mischung aus analogen und digitalen Techniken verleiht Katharina Sieg Worten ein Gewand und öffnet Türen in farbenreiche Bildwelten.

Die Ausstellung wird am 13. Mai um 16:00 Uhr eröffnet.
 

Schlossmuseum Molsdorf | Ronald Bellstedt. Englische Landschaftsgärten und ihre (nützlichen) Besucher

15. November 2026 bis 23. Mai 2027

Informationen folgen

Erinnerungsort Topf & Söhne | Wiedereröffnung der erneuerten und erweiterten Dauerausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘“

25. Januar 2026

Seit 20 Jahren dokumentiert die Ausstellung „Techniker der ‚Endlösung‘“ die Mittäterschaft des Erfurter Unternehmens Topf & Söhne am Menschheitsverbrechen der Shoah, erst als erfolgreiche internationale Wanderausstellung, seit 2011 auf dem historischen Firmengelände. Nun wurde sie saniert, besucherorientiert und nach neuen Forschungserkenntnissen aktualisiert und um die Videoinstallation „Stimmen der Überlebenden“ mit Berichten von acht Auschwitzüberlebenden erweitert.

Mit der Wiedereröffnung bekommt der Aufklärungs- und Lernort sein Zentrum zurück. Schlüsseldokumente und Zeugnisse in der Ausstellung zeigen, wohin fehlende Verantwortung für die Folgen des eigenen Handelns und Ignoranz führen können. Aus der Geschichte lernen heißt deshalb, Haltung für die Verteidigung der Demokratie gegen rechtsextreme Kräfte zu beziehen und Nein zu sagen zu Antisemitismus, Rassismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Die Ausstellung wird am 25. Mai um 11:00 Uhr eröffnet.

Erinnerungsort Topf & Söhne | Sonderausstellung „Flüchtlingsgespräche“

28. September bis 1. November 2026

1945 lebten in Rothen in Mecklenburg-Vorpommern 108 Menschen. 1946 waren es über 180, also fast doppelt so viele. Sehr viele Menschen in dieser Gegend sind Flüchtlinge oder Nachkommen von Flüchtlingen. Sie flohen damals vor Bomben und Hunger. Sie wurden vertrieben, die Frauen hatten Angst vor Vergewaltigung. Viele erzählen, wie schwer es für sie war, als Fremde anzukommen. Neben der materiellen Not war auch die gesellschaftliche Ausgrenzung und Diffamierung oft eine bedrückende und demütigende Erfahrung.

Als Christian Lehsten aus Rothen und Solveig Witt aus Dabel ihre Geschichten hörten, fragten sie sich 2015: Ist die Lage der Flüchtlinge heute nicht in Vielem sehr ähnlich? In ihrer Ausstellung „Flüchtlingsgespräche“ verbinden sie acht Geschichten und Porträts. Sie lassen vier ältere Menschen erzählen, die die Flucht 1945 als Kinder überstanden und in Rothen und den Nachbarorten eine Heimat fanden. Und es kommen vier junge Menschen zu Wort, die damals in der Asylbewerberunterkunft in Dabeln lebten.

Die Ausstellung wird am 27. September um 11:00 Uhr eröffnet.

Ausstellungsräume Petersberg | Sonderausstellung „Leben nach Auschwitz und Buchenwald – Kartografie der Vernichtung“ | Eine Ausstellung. Zwei Perspektiven

Foto: Éva Fahidi-Pusztai Foto: © Norman Hera

8. November 2026 bis 30. Januar 2027

Wie weiterleben mit dem Schmerz der Erinnerung und wie umgehen mit der Verantwortung der Täter? Darüber sprach Éva Fahidi-Pusztai (2025 – 2023), einzige Überlebende ihrer Familie nach der Deportation nach Auschwitz und ehemalige Zwangsarbeiterin in einem Außenlager von Buchenwald, in berührenden Podcasts mit Blanka Weber. In der Ausstellung tritt ihre Botschaft in einen Dialog mit Fotos von Norman Hera und Erinnerungen ihr naher Menschen nach ihrem Tod.

Das multimediale Porträt von Éva Fahidi-Pusztai stellt der Erinnerungsort Topf & Söhne für die Präsentation in der Defensionskaserne millimetergenauen Bauzeichnungen von Peter Siebers gegenüber. Präsentiert auf Zeichentischen, die den Arbeitsplätzen der Ingenieure und Zeichner von J. A. Topf & Söhne nachempfunden sind, dokumentieren sie in verstörender Exaktheit die Orte des Terrors und des Massenmords im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und im Konzentrationslager Buchenwald.

Die Ausstellung wird am 7. November um 15:00 Uhr eröffnet.

Jüdisches Viertel | Dauerausstellung „Inter Judeos – Das mittelalterliche jüdische Quartier in Erfurt“

10. März bis 5. Juli 2026

Informationen folgen

Galerie Waidspeicher | Sonderausstellung „Hamsa Hamsa Hamsa“

Foto: Sarah Benninga, „5 Hamsas“ (2024), Acryl auf Leinwand Foto: © Sarah Benninga

10. März bis 5. Juli 2026

Die Ausstellung widmet sich dem ikonischen Motiv der offenen Hand mit ihren fünf ausgestreckten Fingern, einem Symbol, das in der bildenden Kunst, der Volkskunst und der Populärkultur weit verbreitet ist. Sie zeigt 555 verschiedene Darstellungen der Hamsa – eine sinnbildliche Zahl.

Das alte Motiv des menschlichen Handabdrucks hat seine Wurzeln in den Anfängen der menschlichen Zivilisation und wird bis heute verwendet. Die offene Handfläche mit den fünf Fingern (ebenso die Zahl fünf) als Zeichen der Quelle für Heilung und guter Gesundheit sowie Fruchtbarkeit hat große Bedeutung in vielen Kulturen, besonders in der jüdischen, der christlichen sowie der muslimischen Tradition. Als ein Symbol für Schutz und Glück wird sie oft als Amulett oder Talisman verwendet, um negative Kräfte abzuwehren sowie ihrem Eigentümer Segen und Glück zu bringen.

Die von Ido Noy kuratierte Ausstellung wurde bereits in Jerusalem, New York und Halberstadt gezeigt und umfasst Arbeiten von elf israelischen Künstlerinnen.

Kleine Synagoge | Sonderausstellung „Jiddisch“

Voraussichtlich ab August 2026

Informationen folgen

Stadtmuseum „Haus zum Stockfisch“ | Sonderausstellung „Liebe. Leistung. Leidenschaft – Sportstadt Erfurt“

Grafik: Liebe. Leistung. Leidenschaft. Sportstadt Erfurt Grafik: © Stadtverwaltung Erfurt

ab 29. April 2026

Sport in seiner Vielfalt von in Regeln gegossener Freude an Bewegung bis zum streng ritualisierten Wettbewerb ist eine der antiken Wurzeln, aus denen Europa kulturelle Identität schöpft. In den Industriegesellschaften des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts wird Sport zum Massenphänomen, Identitätsstifter und potenziellen Quell von Gesundheits- und Reformbewegungen, die politische Relevanz erhalten.

Das 60. Gründungsjubiläum des FC Rot-Weiß Erfurt, wichtigster Fußballverein der populärsten Sportart der Region, ist Anlass für das Stadtmuseum Erfurt, um sich mit kompetenten Partnern diesem Massenphänomen der Moderne in einer großen Sonderausstellung zu widmen. Ausgehend von den ersten Sportvereinen im Bürger- und Arbeitermilieu wird eine Brücke geschlagen bis zu einem der Zentren der Sport-Weltmacht DDR. Erfurts Schwimmer, Läufer, Radfahrer und Eisschnellläufer gelangten als „Botschafter im Trainingsanzug“ auf den sportlichen Olymp. Seit den 1950er-Jahren bildete der SC Turbine Erfurt ein Rückgrat des aufwändig geförderten Leistungssports.