Wie aus Nachbarn Verfolgte und Mittäter wurden
Die Familien Feiner und Topf waren fast Nachbarn: Joseph und Adele Feiner wohnten mit ihren zwei Töchtern in der Kruppstraße 11 (heute Klausener Straße), Ernst Wolfgang und Erika Topf mit Tochter und Sohn in der Daberstedter Straße 17 a (heute Schillerstraße). Wie war es möglich, dass Joseph und Adele Feiner im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden – und Ernst Wolfgang Topf als Mitinhaber von J. A. Topf & Söhne mit technischen Anlagen bei der Vernichtung der Jüdinnen und Juden half, obwohl er selbst kein Antisemit war?
Das Seminar ist die erweiterte Variante des Seminars „Antisemitismus als Menschenfeindlichkeit. Miriams Tagebuch, ein Zeugnis von Verfolgung und Selbstbehauptung“
Im Seminar wird die Auseinandersetzung mit Miriams Tagebuch und der Dauerausstellung „Techniker der 'Endlösung'. Topf & Söhne - Die Ofenbauer von Auschwitz“ kombiniert. Ausgehend vom Schicksal der Familie Feiner erforschen die Teilnehmenden, wie Menschen aus einer Stadt zu Opfern oder zu Mittätern wurden. Adele und Josef Feiner hatten keine Chance, dem mörderischen Antisemitismus zu entkommen. Ernst Wolfgang Topf, sein Bruder Ludwig Topf und die Ingenieure des Familienunternehmens J. A. Topf & Söhne hatten dagegen die Möglichkeit, die Geschäftspartnerschaft mit der SS gar nicht erst zu beginnen oder wieder zu beenden. Doch sie entschieden sich bewusst anders und gingen sogar soweit, durch Leichenverbrennungsöfen und Lüftungstechnik für die Gaskammern den industriellen Massenmord in den großen Krematorien im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zu ermöglichen.
Zu bewegenden Geschichte von Marion Feiner, die sich nach ihrer Ausreise nach Palästina Miriam nannte, hat der Erinnerungsort Topf& Söhne Unterrichtsmaterialien entwickelt. Lehrkräfte und andere pädagogische Fachkräfte haben damit die Möglichkeit das Seminar eigenständig als Workshop im Rahmen der schulischen und außerschulischen Bildung durchzuführen. Eine Einführung zum Workshop, das Konzept sowie alle für eine Umsetzung benötigten Arbeitsmaterialien stehen zum Download zur Verfügung:
„Antisemitismus als Menschenfeindlichkeit. Miriams Tagebuch, ein Zeugnis von Verfolgung und Selbstbehauptung“
Eintritt und pädagogische Betreuung sind kostenfrei. Über Spenden für unsere Bildungs- und Vermittlungsarbeit freuen wir uns.
Eine Anmeldung für Gruppen ist unbedingt erforderlich. Üblicherweise beträgt die Mindestgröße für eine betreute Gruppe 7 Personen und Gruppen ab 27 Personen werden geteilt.
Bitte nutzen Sie das Anmeldeformular und nehmen Sie Kontakt mit uns auf, damit unser Bildungsteam Ihren Besuch gezielt auf die jeweiligen Wünsche, Fragen und das Wissen der Gruppe vorbereiten kann.