Verbrechen, Verschleierung, Verantwortung
Die Teilnehmenden beschäftigen sich zunächst mit der Ausstellung „Wohin bringt ihr uns? 'Euthanasie'-Verbrechen im Nationalsozialismus“. Nach einer dialogischen Führung arbeiten sie mit zentralen Dokumenten und der Biografie des Erfurter Jugendlichen Willi Kirmes, der Opfer dieses "Euthanasie"- Verbrechens wurde, und vertiefen so die in der Ausstellung angesprochenen Themenfelder.
Im Fokus steht die Geschichte der „Aktion T4“, dem ersten zentral geplanten nationalsozialistischen Massenmord. Die Patient/ -innen in Heil- und Pflegeanstalten wurden erfasst, von ärztlichen Gutachtern ausgewählt, in Tötungsanstalten transportiert und dort von 1940 bis 1941 mit Gas ermordet. Die ausgewählte Lebensgeschichte, von Willi Kirmes veranschaulicht diese Stationen der "Euthanasie"- Verbrechen, sowie die Verschleierung des Massenmordes.
Anschließend sprechen die Teilnehmenden über die justizielle Aufarbeitung der Medizinverbrechen und setzen sich mit Aussagen von Täter/ -innen vor Gericht auseinander, die in den Verhandlungen jede Schuld von sich wiesen. Dabei beleuchten sie Motive, Handlungsmöglichkeiten und Entscheidungen der Verantwortlichen.
Aus dieser Perspektive heraus betrachten die Teilnehmenden das Handeln von Geschäftsführern, Ingenieuren, Technikern und Verwaltungsangestellten der Firma J.A. Topf & Söhne. In Erfurt entwickelten die Mitarbeiter des Unternehmens Leichenverbrennungsöfen sowie die Be- und Entlüftungsanlagen für die Gaskammern in Auschwitz-Birkenau und ermöglichten so den industriellen Massenmord in dem Vernichtungslager.
Durch die Kombination der Inhalte der beiden Ausstellungen und die Reflexion zur Mitwisser-, Mittäter- und Täterschaft regt das Seminar dazu an, über die eigene Verantwortung im beruflichen und zwischenmenschlichen Alltagshandeln nachzudenken.
Der Begleitband enthält alle Texte und Abbildungen der Ausstellung „Wohin bringt ihr uns? 'Euthanasie'-Verbrechen im Nationalsozialismus“
Eintritt und pädagogische Betreuung sind kostenfrei. Über Spenden für unsere Bildungs- und Vermittlungsarbeit freuen wir uns.
Eine Anmeldung für Gruppen ist unbedingt erforderlich. Üblicherweise beträgt die Mindestgröße für eine betreute Gruppe 7 Personen und Gruppen ab 27 Personen werden geteilt.
Bitte nutzen Sie das Anmeldeformular und nehmen Sie Kontakt mit uns auf, damit unser Bildungsteam Ihren Besuch gezielt auf die jeweiligen Wünsche, Fragen und das Wissen der Gruppe vorbereiten kann.