Inklusive Audiospur „Hört, was uns bewegt!“ – Audio 2

15.12.2025 12:46

Audio 2 „Was bedeutet Gleichwertigkeit für uns?“

Was bedeutet Gleichwertigkeit für uns?

Audio Logo: „Hört, was uns bewegt! 02“ in schwarzer Schrift auf grünem Hintergrund.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Im Nationalsozialismus erklärten die Täter bestimmte Menschen für „weniger wert“. Auch Menschen mit Behinderungen und Menschen, die anders lebten, passten für die Nazis nicht in die Ideologie der Volksgemeinschaft. Sie galten als „Belastung“ für die Gesellschaft und wurden entrechtet, zwangssterilisiert oder ermordet.

Für uns ist klar: Jedes Leben ist lebenswert und gleich wertvoll und verdient Schutz und Würde. Das steht heute im Grundgesetz.

Audio: Inklusive Audiospur: „Hört, was uns bewegt!“ Audio 2 – „Was bedeutet Gleichwertigkeit für uns?“ © Stadtverwaltung Erfurt

Transkript

Die Nazis waren der Meinung, das Leben von bestimmten Menschen ist mehr wert als das anderer Menschen. Die Nazis teilten Menschen in unterschiedliche Rassen ein. Das Leben der deutschen Rasse hatte mehr Wert.

Menschen mit Behinderungen schaden der deutschen Rasse, so die Nazis. Ihr Leben sei weniger wert. Sie kosten die Gesellschaft viel Geld. Deshalb grenzten die Nazis sie aus der Volksgemeinschaft aus. Die Nazis ermordeten viele von ihnen.

Jüdische Menschen, Sinti und Roma gehörten nicht zur deutschen Rasse. Deshalb haben die Nazis jüdische Menschen sowie Sinti und Roma aus der Volksgemeinschaft ausgegrenzt. Die Nazis haben diese Menschen in Konzentrationslager eingesperrt und ermordet.

Heute ist wissenschaftlich belegt: Es gibt keine Menschenrassen.

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Die Nazis haben gefragt: Welchen Nutzen hat ein Mensch für die Gesellschaft? Die Nazis dachten, Menschen mit Behinderungen waren nicht tragbar für die Gesellschaft. Gesunde Menschen standen im Vordergrund, da sie keine großen Kosten verursachen. Die Nazis haben nicht erkannt, dass Menschen mit Behinderung ein wertvoller Teil der Gesellschaft sind.

Jedes Leben ist lebenswert. Jeder Mensch hat das Recht zu leben, auch Menschen mit Behinderung. Das steht heute im Grundgesetz.

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Die Nazis waren überzeugt: Behinderung und psychische Probleme werden vererbt. Heute wissen wir: Das stimmt so nicht.

Die Nazis haben bestimmt, Menschen mit Behinderung und psychischen Problemen dürfen keine Kinder bekommen. Das traf auch Menschen, die einfach anders lebten, als die Nazis wollten. Diese Menschen wurden operiert – Frauen und Männer – gegen ihren eigenen Willen und denen der Eltern. So konnten sie keine Kinder mehr bekommen.

Das Wort dafür ist Zwangssterilisation. Richter und Ärzte waren immer beteiligt. 400.000 Männer und Frauen sind zwangssterilisiert worden. Viele sind an den Folgen – glaub ich – gestorben.

Heute können Menschen mit Behinderung selbstverständlich Kinder bekommen. So kann Elternschaft selbstbestimmt gelebt werden.