Grenzverschiebung. Ein Roman über einen Juristen und die Abschaffung des Rechtsstaates im Nationalsozialismus
Wie vereinbart sich die Loyalität zum Dienstherrn bei geänderten Machtstrukturen mit dem eigenen Gewissen?
In der bundesweiten Veranstaltungsreihe „Justiz im Dialog“ laden der Deutsche Richterbund und seine Mitgliedsverbände zur öffentlichen Diskussion aktueller und zukunftsrelevanter Themen ein. Im Rahmen dieser Dialogreihe wollen wir uns einem Thema widmen, das für unsere Demokratie und den Rechtsstaat – wieder – von erheblicher Bedeutung ist. Welchen Einfluss hat die Änderung politischer Lagen im Bund oder auch in den einzelnen Ländern auf die Arbeit von Menschen im „Beamtenapparat“? Wie vereinbart sich die Loyalität zum Dienstherrn bei geänderten Machtstrukturen mit dem eigenen Gewissen? Wie lässt sich unser Rechtsstaat verteidigen und schützen?
Peter Mönnig (Jahrgang 1963) ist seit 1993 im Justizdienst und seit 2019 Direktor des Amtsgerichts Linz am Rhein. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der Justiz im Nationalsozialismus und begleitet seit 2023 die Referendarausbildung in Rheinland-Pfalz mit Vorträgen zum NS- und SED-Unrecht. Angeregt durch einen Vortrag im Rahmen eines Seminars bei der Deutschen Richterakademie, recherchierte er vertiefend über das Verhalten der führenden Mitarbeiter im Reichsjustizministerium und schrieb den 2021 veröffentlichten Roman „Grenzverschiebung“. Das Buch zeigt auf, wie Menschen und Institutionen unmerklich in autoritäre Strukturen rutschen und dabei demokratische Grundsätze aufweichen. Es erzählt, wie Machtverschiebungen und rechtliche Grenzverschiebungen erfolgen und Gleichgültigkeit gegenüber fundamentalen Rechten Raum greift. Wir wollen darüber diskutieren, ob so etwas auch heute möglich wäre. Der Abend wird moderiert von Dr. Sebastian Haak, freier Journalist, Vorsitzender der Landespressekonferenz Thüringen und ausgezeichnet mit dem Journalistenpreis Thüringen.
Der Thüringer Richterbund und der Deutsche Richterbund laden Sie in Kooperation mit dem Erinnerungsort Topf und Söhne herzlich ein Alexander Walther hat Geschichte und Englisch für das Lehramt studiert, war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Jena und Erfurt und ist jetzt wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt Tacheles 2026. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz.
Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion mit Ihnen und würden Sie auch gern beim anschließenden Empfang begrüßen dürfen.
In Zusammenarbeit mit
Thüringer Richterbund
Deutsche Richterbund
Anmeldung
Eine Anmeldung wird erbeten bis zum 28.02.2026 an: info@thueringer-richterbund.de