Gedenkstättenexkursionen zu ehemaligen Orten der nationalsozialistischen Vernichtung in Polen. Neue Förderbedingungen für Thüringer Schulen und ihre Bedeutung für Planung und Durchführung
Fortbildung für Lehrkräfte (Thillm-Nr. 278200602)
Gedenkstättenfahrten ermöglichen Schülerinnen und Schülern eine intensive Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen an den historischen Orten des Geschehens. Als außerschulische Lernorte fördern Gedenkstätten historisches Lernen, demokratische Bildung und eine reflektierte Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart. Damit diese Bildungsprozesse gelingen, bedürfen Gedenkstättenfahrten einer sorgfältigen Vorbereitung, einer fachlich begleiteten Durchführung und einer reflektierten Nachbereitung.
Mit der neuen Förderstruktur ab 2026 und der IBB gGmbH Dortmund als Zentralstelle für die Vergabe der Mittel des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) aus dem Bundesprogramm “Jugend erinnert“ und von der Bethe-Stiftung haben sich die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen für Thüringer Schulen zur Förderung von Gedenkstättenfahrten grundlegend verändert. Die Fortbildung informiert über das neue Antragsverfahren und zeigt, wie Gedenkstättenfahrten nach Polen auch unter den veränderten Voraussetzungen erfolgreich geplant und umgesetzt werden können. Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten, die Gedenkstättenfahrten planen oder durchführen möchten. Sie bietet Information zu neuen Fördermöglichkeiten, Raum für Erfahrungsaustausch sowie Gelegenheit zur Vernetzung.
Zum Auftakt berichten Iris Kielau, ehemalige Lehrerin an der berufsbildenden Schule „Marie-Elise Kayser“ in Erfurt, und Johannes Kemnitz, Geschäftsführer von Arbeit und Leben Thüringen e.V., in einem Podiumsgespräch aus ihrer Praxis. Dabei stellen sie auch eine mögliche Form der Zusammenarbeit von Schule mit einem zivilgesellschaftlichen Akteur entsprechend der jetzt geforderten Trägerschaft von Fahrten vor. Im anschließenden Austausch können Fragen besprochen und Erfahrungen geteilt werden. Dr. Astrid Sahm, Geschäftsführerin der IBB Dortmund gGmbH, erläutert die aktuellen Förderrichtlinien und das Antragsverfahren für das Schuljahr 2026/2027. Welche Voraussetzungen von Seiten des Thüringer Bildungsministeriums wirksam werden, berichtet am Nachmittag Dr. Burkhard Stenzel vom TMBWK (angefragt). Judith Hoehne-Krawczyk, stellvertretende Leiterin der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz, stellt die Bildungsangebote der Begegnungsstätte vor und greift aktuelle Fragen der Gedenkstättenpädagogik auf. Im Mittelpunkt stehen Erwartungen an Gedenkstättenfahrten, die Bedeutung des Gedenkens, unterschiedliche nationale Perspektiven sowie Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler aktiv in die Gestaltung der Fahrten einzubeziehen. Den Abschluss bildet die Vorstellung der Bildungsangebote des Erinnerungsortes Topf & Söhne zur Vor- und Nachbereitung von Gedenkstättenfahrten durch Rebekka Schubert, Gedenkstättenpädagogin am Erinnerungsort. Gemeinsam diskutieren die Teilnehmenden, wie nachhaltige Lernprozesse unterstützt werden können, und entwickeln Anregungen für zukünftige Fortbildungsangebote.
Anmeldung über Thüringer Schulportal
In Zusammenarbeit mit
Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien