Gert Schramm - Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald
Nach ihrer Machtübernahme 1933 steigerten die Nationalsozialisten Antisemitismus und Rassismus in der Gesellschaft zu staatlicher Verfolgung und Vernichtung. In der Schule wurde Gert von seinem nationalsozialistisch eingestellten Lehrer immer wieder gedemütigt und ausgegrenzt. Er brach schließlich die schulische Ausbildung ab und begann, in einer Autowerkstatt in Langensalza zu arbeiten.
Am 6. Mai 1943 kam Gert mit nur 14 Jahren in „Schutzhaft“. Zwei Gestapo-Männer nehmen ihn an seinem Arbeitsplatz fest und brachten ihn auf die Polizeiwache. Von dort wurde er in das Polizeigefängnis auf dem Petersberg gebracht – er blieb dort für fünf Monate in Einzelhaft, ohne zu wissen warum.
Im Juli 1944 wurde Gert Schramm in das KZ Buchenwald verschleppt und dort als „Negermischling 1. Grades“ inhaftiert. Er musste schwere Zwangsarbeit im Steinbruch leisten.
Sein Vater wurde 1943 bei einem Besuch in Deutschland verhaftet und im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.
Gert Schramm wurde am 11. April 1945 in Buchenwald befreit. 2011 veröffentlichte er über seine Geschichte das Buch „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann. Mein Leben in Deutschland“, damit Jugendliche aus der Vergangenheit lernen können. Ihm war es wichtig, „dass junge Menschen begreifen, was für ein Wert es ist, keiner Willkür ausgesetzt zu sein“.
2014 wurde er für sein Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Er starb am 18. April 2016 Eberswalde
In der Online-Ausstellung „Verfolgung von Jugendlichen im NS“ wird sein Schicksal erzählt, er selbst kommt in Videosequenzen zu Wort.