Vier Wochen mit Éva

Dauer: 4 Tage. Workshop für Menschen mit Beeinträchtigungen zur Geschichte der Auschwitz-Überlebenden Éva Fahidi-Pusztai.

Foto: Teilnehme des Workshops "Vier Wochen mit Éva" am Erinnerungsort Topf & Söhne, 2021. Foto: © Lebenshilfe Erfurt e.V.

Informationen

Éva Fahidi-Pusztai erinnerte sich in einer sehr lebensbedrohlichen Situation im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an das Rezept der Apfelsuppe. Sie tauschte mit anderen inhaftierten Frauen Rezepte, um die Gedanken an den quälenden Hunger für einen kurzen Moment zu vertreiben. Die Apfelsuppe ist eine Erinnerung an ihre Familie und ihre Heimat, die ihr die Nationalsozialisten nahmen. 49 Verwandte von ihr wurden in Auschwitz ermordet. Die Apfelsuppe gab der Sonderausstellung "Évas Apfelsuppe oder der Duft von Heimat. Eine Hommage an Éva Fahidi-Pusztai und das Leben" ihren Namen.

Die Teilnehmenden des Workshops nähern sich der Biografie von Éva über die Düfte der Zutaten und den Geschmack der Apfelsuppe. Sie lernen eine Frau kennen, die als Jüdin verfolgt wurde und einen großen Verlust erlitt. Sie spüren ihrem Überlebenswillen nach und begegnen einer Frau, die ihre Wünsche an die Zukunft formuliert und die Verantwortung eines jeden Einzelnen und der Gesellschaft auf der Suche nach der Wahrheit einfordert.

Éva Fahidi-Pusztai ist dem Erinnerungsort sehr verbunden, weil hier die Geschichte des Unternehmens dokumentiert und aufgearbeitet wird, das die Leichenverbrennungsöfen für Auschwitz herstellte. In dieser Firma fanden die Nationalsozialisten Unterstützung, als sie die Ausgrenzung von jüdischen Menschen aus der Gesellschaft und die Zunahme an Gewalt bis hin zum Massenmord an Jüdinnen und Juden steigerten. Die Teilnehmenden setzen sich deshalb auch mit der Geschäftsbeziehung von Topf & Söhne mit der SS sowie der antisemitischen Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus auseinander.

Der Workshop besteht aus vier zwei- bis dreistündigen Einzelterminen. Mindestens ein Termin findet am Erinnerungsort Topf & Söhne statt. Die anderen drei Termine können entweder am Erinnerungsort oder vor Ort in Ihren Einrichtungen durchgeführt werden. Die Termine können individuell gebucht werden.

Ein inklusives Projekt von Barrierefrei erinnern - Das Zentrum für Thüringen in Zusammenarbeit mit dem Erinnerungsort Topf & Söhne.

 

Anmeldung von Gruppen

Am Erinnerungsort Topf & Söhne sind Eintritt und pädagogische Betreuung kostenfrei. Für die anderen Programmpunkte fallen mitunter Kosten an.

Eine Anmeldung für Gruppen ist unbedingt erforderlich. Üblicherweise beträgt die Mindestgröße für eine betreute Gruppe 7 Personen und Gruppen ab 27 Personen werden geteilt.

Um die angebotenen Programme auf den Kenntnisstand der Teilnehmenden, das Alter und die Gruppengröße abzustimmen, möchten wir Sie bitten, die detaillierte inhaltliche Programmgestaltung telefonisch mit unserem Bildungsteam abzusprechen. Interessierte Lehrkräfte erhalten auf Anfrage Hinweise, wie das Seminar in den (fächerübergreifenden) Unterricht eingebunden werden kann.

Hygienekonzept für Seminare

Bitte beachten Sie bei einem Besuch des Erinnerungsortes die aktuell geltenden Hygieneregeln.