Führung durch die Sonderausstellung

Führung durch die Sonderausstellung "Wohin bringt ihr uns? 'Euthanasie'-Verbrechen im Nationalsozialismus"

Fünf Tafeln stehen an die Wand gelehnt, ein Mann läuft vorbei und blickt auf die Tafeln.
Foto: Blick in die Ausstellung "Wohin bringt ihr uns? 'Euthanasie'-Verbrechen im Nationalsozialismus" Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Informationen

Wie aus staatlicher Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger im Nationalsozialismus staatlich beauftragte Verbrechen wurden, wird gerade im Gesundheitssektor deutlich. In Heil- und Pflegeanstalten wurden 1940/1941 in der "Aktion T4" Menschen mit Behinderung und psychisch Kranke systematisch ermordet. Die 30-minütige Führung berichtet über diese als "Euthanasie" (griech. "schöner Tod") verschleierte erste planmäßige Vernichtung von Menschenleben im Nationalsozialismus.

Die Teilnehmenden erfahren auch von den Ursprüngen der eugenischen Bewegung im ausgehenden 19. Jahrhundert und der Radikalisierung im Nationalsozialismus mit dem 1933 verabschiedeten "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", das zu Zwangssterilisation von 400.000 Menschen führte.

Nach dem Stopp der "Aktion T4" 1941 endete das Morden nicht. Mit Spritzen, Medikamenten und gezielter Hungerernährung wurde weiterhin in Heil- und Pflegeanstalten getötet. Insgesamt geht die Forschung von etwa 300.000 Opfern aus.

Nach 1945 wurden die Medizin-Verbrechen zunächst kaum aufgearbeitet. Aufgrund tradierter Vorurteile fand die Verfolgungserfahrung der Betroffenen und ihrer Angehörigen erst spät Anerkennung. Viele Täterinnen und Täter kamen nach kurzer Haft wieder frei – oder wurden gar nicht erst angeklagt – und durften weiter in ihrem Beruf als Pflegekräfte oder als Ärztinnen und Ärzte arbeiten.

Anmeldung von Gruppen

Die Gruppe kann aus maximal 7 Personen bestehen. Das Angebot eignet sich für Gruppen der Jugend- und Erwachsenenbildung.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um einen Termin zu vereinbaren.

Hygienekonzept für Führungen in den Innenausstellungen

Bitte beachten Sie bei einem Besuch des Erinnerungsortes die aktuell geltenden Hygieneregeln.