Dankesworte von Irmela Mensah-Schramm zur Jochen-Bock-Preisverleihung am 28. Juni 2019

28.06.2019 19:00

"Die ja unlängst von Politikern geforderte Zivilcourage muss ja auch ein bisschen weh tun! Das gilt sicher auch für mich!"

Dankesrede Irmela- Mensah- Schramm

Eine ältere Frau steht hinter einem Rednerpult und spricht in ein Mikrofon. Sie hält ein Foto hoch.
Foto: Preisträgerin Irmela Mensah-Schramm Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Ich bedanke mich auch für diese Ehrung!

Ja, es stimmt, ich bin wohl so ziemlich die kriminellste Preisträgerin. Auch noch bei so vielen und dieser 17. Ehrung!

So findet dies in Erfurt, Thüringen statt und in Thüringen, genauer in Eisenach habe ich mir diesmal und mal wieder eine Strafanzeige wegen „Sachbeschädigung“ einer zudem neonazistischen Sachbeschädigung an einem unbewohnten heruntergekommenen und zugebretterten Haus!

Da hat mich jemand aus der Wohnung eines gegenüberliegenden Wohnhauses bei meiner Aktion fotografiert.

Was habe ich getan: ich habe ein Graffito „Nazi-Kiez“ in ein „Herz-Kiez“ verwandelt.

Genauer, ich habe ein Herz auf das Wort „Nazi“ gesprayt!

Seit nunmehr fast 33 Jahren habe ich dem Menschen-verachtenden Hass den Kampf angesagt.

Mehr nicht!

Ich bin mir aber sicher, dass ich im Sinne Jochen Bocks gehandelt habe.

Nun, es wechseln sich bei mir die Ehrungen mit den Strafanzeigen fast ab – und die Strafanzeigen halten mich weiterhin nicht davon ab, Hass-Botschaften, gesprayt, gekritzelt oder auch geklebt, zu tilgen oder in Friedensbotschaften zu verwandeln!

Die ja unlängst von Politikern geforderte Zivilcourage muss ja auch ein bisschen weh tun!

Das gilt sicher auch für mich!