Inklusive Audiospur „Hört, was uns bewegt!“ – Audio 4
Wie wurden die Verbrechen organisiert?
An den Verbrechen waren viele Menschen beteiligt: Ärzte, Schwestern und Pfleger, Büroangestellte, Fahrer und Menschen, die an den Öfen arbeiteten. In grauen Bussen wurden die Opfer in die Tötungsanstalten gefahren. Die grauen Busse konnte jeder sehen.
Transkript
Wir sehen einen grauen Bus. Davor stehen Menschen. Das sind Menschen mit Behinderung. Eine Schwester, ein Arzt und Pfleger. Der Arzt hat eine Liste in der Hand. Auf der Liste stehen Namen von Patienten. Die Namen werden abgehakt.
Der Bus ist von innen zugehängt. Die Menschen sehen nicht, wo sie hinfahren. Sie wissen nicht, was auf sie zukommt.
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Wir wissen, dass es am Anfang der T4-Aktion rote Postbusse waren. Postbusse gehörten zum Stadtbild. Menschen konnten mit den Bussen verreisen. Briefe und Pakete wurden damit transportiert. Darum haben die Nazis die Postbusse benutzt. Die Nazis wollten, dass die Aktion geheim bleibt. Die Postbusse waren Tarnung. Später wurden die Busse grau umlackiert. Deshalb sagen wir „graue Busse".
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Wohin wurden die Menschen gebracht? Die Menschen mit Behinderung wurden in eine Tötungsanstalt gebracht. Das haben die Menschen mit Behinderung nicht gewusst.
Wer hat das Foto aufgenommen? Das hat ein Pfarrer aufgenommen. Er hat in einer Anstalt gearbeitet. Die grauen Busse haben dort Menschen abgeholt. Er hat das Foto heimlich aufgenommen. Das durfte keiner wissen.
Es steckt so viel in diesem Bild. Wer war beteiligt? Um wen geht es? Man erkennt, dass es organisiert war. Es passierte in der Öffentlichkeit. Die Menschen mit Behinderung kannten den wahren Grund der Reise nicht.
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Die Aktion T4 war geheim. Die grauen Busse sollten das Verbrechen vertuschen. Es gab viele Menschen, die für die Aktion T4 gearbeitet haben. Das waren Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Busfahrer, Brenner und Büroangestellte. Es waren zu viele Menschen an diesem Verbrechen beteiligt. Diese Menschen durften über ihre Arbeit nicht sprechen. Aber jeder konnte die grauen Busse sehen.
Man sieht den Bus und die Menschen. Man sieht die Opfer und Täter.
Es macht mich traurig und es macht mich wütend. Wenn ich damals gelebt hätte, wäre ich vielleicht auch ermordet worden.