Die "Reichskristallnacht" im November 1938: Inszenierte Gewalt gegen Juden

05.11.2018 19:00 – 05.11.2018 21:00

Wolfgang Benz erläutert anhand des aktuellen Forschungsstandes das historische Geschehen um den 9. November 1938.

Schwarz-weiß Fotografie einer niedergebrannten Synagoge
Foto: © Original Wolfgang Lohbrandt, Kopie Stadtarchiv Erfurt
05.11.2018 21:00

Die "Reichskristallnacht" im November 1938: Inszenierte Gewalt gegen Juden

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz, Historiker, ehemaliger Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin

Vor 80 Jahren brach in der "Reichskristallnacht" am 9. November 1938 offene Gewalt gegen Juden aus, staatlich inszeniert, verübt nicht nur von fanatischen Nationalsozialisten, sondern auch von ganz normalen Menschen, die zuvor freundliche Nachbarn und friedliche Mitbürger waren. Der Gewalt folgten die Beraubung und Entrechtung durch die Regierung, die NSDAP und eine willfährige Bürokratie.

Am 9. November 1938 änderte sich alles: Die Pogrome, staatlich inszeniert und von der Öffentlichkeit hingenommen, beendeten das für die Juden immer mühsame Zusammenleben mit der Mehrheit der Deutschen. Aus dem Antisemitismus, der die gesellschaftliche Diskriminierung der Juden begründete und seit 1933 Staatsdoktrin war, wurde Verfolgung, die in Vernichtung mündete. Die »Reichskristallnacht« war das Fanal für alles Künftige, nach der Diskriminierung und Entrechtung begann im November 1938 der Holocaust.

Wolfgang Benz, international anerkannter Experte der Vorurteils- und Antisemitismusforschung sowie der Geschichte des Nationalsozialismus, erläutert anhand des aktuellen Forschungsstandes das historische Geschehen um den 9. November 1938 und ordnet es in die Geschichte der nationalsozialistischen Judenverfolgung und -vernichtung ein.

Grußwort: Prof. Dr. Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen

Eine Veranstaltung im Rahmen der 26. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur