Die letzte Reise des Kapitäns der "Exodus"

25.09.2018 20:00 – 25.09.2018 22:00

Dokumentarfilm von Juliane und Eberhard Geick über die dramatische Fahrt der "Exodus" mit anschließendem Gespräch mit den Filmemachern.

Schwarz-weiß Fotografie von einem Schiff in einem Hafen
Foto: © Privatbesitz Ike Aranne
25.09.2018 22:00

Die letzte Reise des Kapitäns der "Exodus"

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, AG Erfurt und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Dokumentarfilm von Juliane und Eberhard Geick, Deutschland 1999/2017, 88 min

1947 endete die dramatische Fahrt der Exodus von Frankreich aus über das Mittelmeer kurz vor dem Ziel. Mehr als 4.500 Flüchtlinge, Überlebende des Holocaust, waren an Bord des völlig überladenen Schiffes und hofften, in Palästina eine neue Heimat zu finden. Doch sechs britische Kriegsschiffe attackierten die Exodus, weit vor der Küste in internationalem Gewässer. Es gab Tote und Verwundete. Die Menschen auf dem Schiff, die sich wehrten, hatten keine Chance. Schwer beschädigt und manövrierunfähig erreichte das Schiff den Hafen von Haifa, wo die Flüchtlinge auf drei Frachter verteilt und zurück nach Europa transportiert wurden. Die Weltöffentlichkeit war schockiert und die Vereinten Nationen beschlossen unter diesem Eindruck, der Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat zuzustimmen. Damit war der Weg frei für die Gründung des Staates Israel.

1996 folgten die Regisseurin Juliane Geick und der Kameramann Eberhard Geick den Spuren der Exodus. Sie fanden den damaligen Kapitän Ike Aranne, geboren als Yitzhak Aronowicz, in seinem Haus in Sichtweite des Hafens von Haifa. Gemeinsam mit ihm reisten sie drei Jahre später nach Gdansk (Danzig), die Stadt seiner Kindheit, die er 65 Jahre zuvor verlassen hatte. 2009 verstarb Ike Aranne. Der beabsichtigte Film über ihn konnte nicht mehr realisiert werden, doch die Videoaufnahmen von 1999, mit einer Amateurkamera gedreht, sind geblieben. Sie zeigen einen Menschen, der selbstlos und völlig frei von Eitelkeit seine Überzeugung lebte. »Ich habe es nicht allein gemacht« sagte er, auf die dramatischen Ereignisse um die Exodus angesprochen. Er wollte, dass alle Beteiligten gebührend gewürdigt werden.

Das anschließende Gespräch wird moderiert von Petra Sawadogo, Thüringer Institut für Lehrerbildung, Lehrplanentwicklung und Medien.

Anerkannt als Fortbildung für Lehrkräfte und Multiplikatoren (Thillm-Nr. 195400401)