Veranstaltungsbericht zum Vortrag "Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus als Varianten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit"

13.09.2018 19:00

Am 13. September hielt Frau Dr. Türkân Kanbıçak einen sehr interessanten Vortrag im Erinnerungsort zum Thema Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus. Sie konnte trotz aller Unterschiede die Parallelen in den Erscheinungsformen der beiden Diskriminierungsmuster herausarbeiten und diskutierte auf dieser Basis Handlungsoptionen und Reaktionsmöglichkeiten.

Frau spricht hinter einem Rednerpult in ein Mikrofon.
Foto: Dr. Türkân Kanbıçak beim Vortrag im Erinnerungsort Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Die Veranstaltung wurde von überwiegend jungen Menschen besucht, die auch über das Ende der offiziellen Veranstaltungszeit hinaus großes Interesse zeigten.

Dr. Türkân Kanbıçak gab im ersten Teil ihres Vortrags einen Überblick über gängige Definitionen zu den Begriffen Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Auf Grundlage dieser Definitionen argumentierte sie, dass und warum sich die beiden Diskriminierungsformen in der Bildungsarbeit – insbesondere unter den Bedingungen der Migrationsgesellschaft – nur gemeinsam behandeln lassen. Sie zeigte einige aktuelle Erscheinungsformen beider Varianten der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und machte deutlich, dass in all diesen Äußerungen über Zugehörigkeit verhandelt beziehungsweise bestimmten Gruppen eben die Zugehörigkeit aktiv abgesprochen werde.

Wie eine Auseinandersetzung, die Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus in der Bildungspraxis verbindet, konkret aussehen kann, erläuterte Frau Kanbıçak im letzten Teil ihres Vortrags. Sie ging dort auf die von ihr am Jüdischen Museum Frankfurt entwickelten und durchgeführten Projekte "AntiAnti – Museum Goes School" sowie "Interkulturelle Schattenspiele" ein und zeigte, wie diese Schülerinnen und Schüler präventiv für die von ihr genannten Varianten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sensibilisieren.