Vier Ausstellungen unter einem Dach im Erinnerungsort Topf & Söhne
Im Erinnerungsort Topf & Söhne können derzeit vier Ausstellungen unter einem Dach besucht werden.
Im Erinnerungsort Topf & Söhne können derzeit vier Ausstellungen unter einem Dach besucht werden.
Zeitzeugengespräche bieten gerade für die junge Generation eine wichtige Chance der unmittelbaren Begegnung mit den letzten Überlebenden der nationalsozialistischen Vernichtung. Die beiden 19 Jahre alten Freiwilligen FSJ Kultur des Erinnerungsortes Topf & Söhne, Sophie-Marie Hohmann und Jana Rottorf, ermöglichen eine solche Begegnung in der von ihnen selbst konzipierten Veranstaltungsreihe "Film im Dialog".
In Auschwitz war der Massenmord Alltagsroutine ganz normaler Männer und Frauen. Einer von ihnen war SS-Obersturmführer Karl Höcker, Adjutant des letzten Kommandanten von Auschwitz Richard Baer. Er erstellte zur Erinnerung an seine Dienstzeit von Mai 1944 bis Januar 1945 ein Foto-Album, das die Akteure der Massenvernichtung ungarischer Juden im Sommer 1944 in ihrer Freizeit zeigt. Sie erfreuten sich ihres Lebens und waren stolz auf ihr Tun, für das sie militärische Ehren erfuhren.
„Führungen in Leichter Sprache sollen auch Menschen mit geistiger Behinderung eine Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ermöglichen und so gegen Rechtspopulismus sensibilisieren“, sagt Uwe Kintscher, Vorsitzender des Lebenshilfe Erfurt e. V. Mit der Vereinsarbeit und einem eigens gegründeten Integrationsunternehmen bietet die Lebenshilfe vielfältige Leistungen für Menschen mit geistiger Behinderung wie Arbeitsplätze, Betreuung, Freizeitangebote und Wohnmöglichkeiten.
Die Kulturdirektion informiert über wichtige Ausstellungen und Vorhaben, die insbesondere im ersten Halbjahr 2017 stattfinden werden.
Am Freitag, dem 13. Januar 2017, führt um 16:00 Uhr Dr. Reiner Prass durch die aktuelle Ausstellung in der Begegnungsstätte Kleine Synagoge "Hitlers Mein Kampf. Ein (un-)gelesenes Buch?"
Am 25. November um 18 Uhr wird im Erinnerungsort Topf & Söhne die Oper "Der Kaiser von Atlantis oder Die Todverweigerung" in einer Klavierquartettfassung aufgeführt. Der Abend ist das 17. Konzert in der von der Sparkassenstiftung Erfurt geförderten Reihe "Vergessene Genies".
Am Abend des 9. November 1938 brach in ganz Deutschland eine Welle der Gewalt gegen Juden los: Synagogen brannten, Häuser, Schulen und Geschäfte wurden zerstört. Jüdische Männer wurden auf der Straße beleidigt, verletzt, ermordet, in Konzentrationslager verschleppt. 189 Erfurter wurden in das KZ Buchenwald gebracht. Fünf von ihnen starben dort an den Misshandlungen, weitere später an den Haftfolgen.
Im November finden zahlreiche Veranstaltungen in den Einrichtungen der Geschichtsmuseen und des Naturkundemuseums statt. Die Museen laden ein zu Ausstellungseröffnungen, Führungen und Vorträgen und zu den 24. Thüringer Tagen der jüdisch-israelischen Kultur.
Am 20. September um 19 Uhr stellt Herausgeber Wolfgang Benz im Erinnerungsort Topf & Söhne, das Buch „Nach dem Untergang. Die ersten Zeugnisse der Shoah in Polen 1944–1947“ vor. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.