Monowice – der historische Ort und seine Spuren heute

14.06.2018 19:00 – 14.06.2018 21:00

Das KZ Buna Monowitz wurde 1942 auf den Ruinen des Ortes Monowice bei Oświęcim errichtet. Nach dem Krieg kehrte die beim Bau des Lagers vertriebene Bevölkerung zurück. Was bedeutet dieses deutsche Erbe für den Ort heute?

Ein Kreuz und eine Gedenktafel mit Blumen geschmückt.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt / R. Schubert
14.06.2018 21:00

Monowice – der historische Ort und seine Spuren heute

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
Veranstaltungsort Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7, 99099 Erfurt

Vortrag von Judith Hoehne-Krawczyk, Stellvertretende Leiterin der Bildungs- und Programmabteilung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte, Oświęcim

Auf den Ruinen des Ortes Monowice bei Oświęcim wurde im Herbst 1942 ein weiteres Konzentrationslager im Bereich Auschwitz eröffnet: Das Konzentrationslager Auschwitz III oder Buna-Monowitz, das ausschließlich der Zwangsarbeit von Häftlingen auf der Baustelle für die Buna-Werke der I.G. Farben diente.

Bei der überhasteten Flucht der I.G. Farben-Mitarbeiter im Januar 1945 wurde das fast fertiggestellte Werk nicht zerstört. Unter der Aufsicht der Roten Armee wurden große Teile der Einrichtungen und Maschinen demontiert und nach Sibirien verbracht, zum Aufbau einer Fabrik zur Hydrierung von Kohle. Die vor dem Bau des Lagers vertriebene Bevölkerung von Monowice kehrte zurück und baute ihr Dorf an der Lagerstruktur wieder auf. Im Sommer 1945 wurde in den verlassenen Gebäuden des I.G. Farben- Werks die Produktion unter polnischer Regie aufgenommen. Heute ist der historische Ort kein Bestandteil der Gedenkstätte und des Museums Auschwitz-Birkenau, vor Ort sind nur noch wenige Überreste des ehemaligen Konzentrationslagers zu finden.

Der Vortrag geht auf die Frage ein, was dieses deutsche Erbe für die Stadt Oświęcim und die Bevölkerung des Stadtteils Monowice bedeutet. Dieser Teil der Geschichte von Auschwitz ist auf das Verhältnis der deutschen Industrie zur Vernichtungspolitik des nationalsozialistischen Regimes fokussiert. Deshalb steht im Mittelpunkt der Bildungsarbeit in Oświęcim die Verantwortlichkeit der Lager-SS, der I.G.-Mitarbeiter und der Betriebsleitung bei der Behandlung der inhaftierten Menschen, hauptsächlich junge jüdische Männer aus ganz Europa.

Judith Hoehne-Krawczyk studierte Politikwissenschaft und Soziologie in Regensburg und Warschau. Seit 2012 ist sie als Gedenkstättenpädagogin in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz tätig. Ihre Schwerpunkte sind der Themenbereich „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ sowie die Konzeption und Durchführung von deutsch-polnischen und internationalen Begegnungsprojekten.