Gedenken 9./10. Mai 1942

Tage des Gedenkens an die Ermordung der Thüringer Juden

Farbfoto, altes Haus mit Spitzdach, davor leerer Platz
Foto: Sammelort für die Thüringer Juden vor ihrer Deportation 1942: Die ehemalige Viehauktionshalle kurz vor ihrer vollständigen Zerstörung durch Brandstiftung im Jahr 2015 Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Deportation der Thüringer Juden nach Bełżyce am 9./10.Mai 1942

Im Mai 1942 begannen in Thüringen die Deportationen der jüdischen Bürger. Wie überall im Deutschen Reich waren auch sie nach Kriegsbeginn 1939 gezwungen worden, ihre Wohnungen zu verlassen und getrennt von nichtjüdischen Nachbarn in "Judenhäusern" unter schlechten Bedingungen zu leben. Dort erreichte sie wenige Tage vor der Deportation die Ankündigung, sich am 9. Mai an Sammelplätzen in ihrer jeweiligen Stadt einfinden zu müssen. Mit dem Zug wurden sie nach Weimar gebracht, dort in einer Viehauktionshalle festgehalten und am 10. Mai zusammen mit Juden aus Sachsen in ein Ghetto im polnischen Bełżyce verschleppt. Fast alle der 513 Männer, Frauen und Kindern aus Thüringen wurden in Bełżyce, im KZ Majdanek oder in anderen Vernichtungslagern ermordet. Die Deportationen am 9./10. Mai 1942 markieren den Beginn der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Thüringens.

Wir gedenken der Thüringer Bürger, die aus menschenfeindlichen und rassistischen Motiven ermordet wurden.

Gedenken verlangt Denken

Auf Initiative des Erinnerungsortes Topf & Söhne und der Landeszentrale für politische Bildung hat sich anlässlich des 70. Jahrestages des Beginns der Deportationen ein Netzwerk in Thüringen gebildet. Wir laden ein zu Veranstaltungen des Gedenkens, der historischen Erinnerung und der Reflexion, wie eine Kultur der Menschenwürde und der Demokratie verteidigt und geschaffen werden kann.