Außenausstellung

Im Bildvordergrund Grundmauern eines Gebäudes und Reste von Pfeilern zu erkennen.Im Hintergrund Haus mit SpitzdachIn der linken Bildhälfte Stelen aus Industriestahl
Foto: Außengelände des Erinnerungsortes Topf & Söhne mit dem ehemaligen Verwaltungsgebäude im Zentrum Foto: © Stadtverwaltung Erfurt, Kastner Pichler Architekten

Spuren im Gelände

Um das Verwaltungsgebäude in seinem historischen Kontext lesbar zu machen, wurden die direkt angrenzenden historisch bedeutsamen Spuren erhalten. Gebäude- und Bodenfragmente wie Außenmauern, Betonböden, Podeste, Wege u. ä. wurden bis zu einer Höhe von ca. 50 cm über dem Geländeniveau sichtbar gemacht. Die authentischen Spuren wurden klar abgegrenzt. Die nicht bis 1945 zu datierenden Flächen wurden mit einer Basalt-Split-Decke monochrom als „Dialeinwand“ – als Frame für die historischen Fragmente ausgebildet. Hierdurch wurde die Fläche am Erinnerungsort zu einer lesbaren, berührbaren Karte der Erinnerung, die über den Balkon der Erinnerungsstätte in die Ausstellung und in didaktische Veranstaltungen einbezogen werden kann.
Das so entstehende Gelände-Relief wird von Gehwegen umsäumt, die sich von den historischen Spuren wie auch von dem Splittbelag stark unterscheiden und abgrenzen. Sie bilden gemeinsam mit den Baum bestandenen Parkplätzen den „Alltag“. Hier entstand ein scharfer Schnitt zwischen Alltag und Gedenken, der auch so etwas wie eine Schwelle zu dem besonderen Raum im späteren neu geschaffenen Stadtgefüge beschreiben soll.

Ein Zeichen für Ankommende – Ort der Erinnerung

Drei Doppelstehlen aus Industriestahl begrenzen eine graue aus Steinen bestehende Fläche. Links im Bild im Straße mit Autos und Gehweg
Foto: Standorte der ehemaligen Mauerpfeiler Foto: © Stadtverwaltung Erfurt, Kastner Pichler Architekten

Der ehemals Ankommende wurde von der damaligen Dreyse Straße – heute Sorbenweg – von einer pfeilergestützten Begrenzungswand zu den Einfahrtstoren der Firma geleitet, der Zutritt wurde kontrolliert. Als Zeichen der Offenheit wurde diese Wand in heutiger Sprache nachgezeichnet. Nur die Standorte der ehemaligen Mauerpfeiler wurden durch Doppelstelen aus Industriestahl gekennzeichnet. Die Begrenzung ist jedoch an jeder Stelle durchlässig, das Gelände ist einseh- und betretbar, die Grenze virtuell.

Länglicher Betonstein mit eingravierter Schrift in der Bildmitte
Foto: Stein der Erinnerung Foto: © Stadtverwaltung Erfurt, Kastner Pichler Architekten

Nahe dem Zugang wurde ein Ort des Gedenkens für die Opfer errichtet, der Stein der Erinnerung. Er „versperrt“ den direkten axialen Zugang, der damals als repräsentativer Hauptzugang benutzt wurde.

Modell

Gusseisernes Modell mit mehreren Gebäuden von oben fotografiert
Foto: Modell des ehemaligen Firmengeländes von J. A. Topf & Söhne Foto: © Stadtverwaltung Erfurt, Kastner Pichler Architekten

Ein großes begehbares Massenmodell aus Gusseisen –  dem Material der Ofentüren –, gestellt auf Stützen, etwa im Maßstab 1 : 50, ca. 15 cm über dem Gelände, zeichnet den gesamten Betrieb in seiner Ausdehnung 1944/1945 nach und flankiert – etwas angehoben auf einer bestehenden Betonplatte – den Eingang zur Erinnerungsstätte. Das Modell steht in direktem Bezug zu den Spuren des ehemaligen Bestands und kann in unkomplizierter und anschaulicher Weise in didaktische Konzepte einbezogen werden.

Informationsstelen im Gelände

Im Vordergrund schmale graue Stele mit Text und BildIm Hintergund Verkaufscenter für Textilien, Gardinen, Lampen
Foto: Informationsstele auf dem ehemaligen Firmengelände von J. A. Topf & Söhne Foto: © Stadtverwaltung Erfurt, Kastner Pichler Architekten

Nach Abschluss der Abrissarbeiten der Fa. Domicil Hausbau ist das Gesamtareal nicht mehr nachvollziehbar. Deshalb erinnern einige markante Orte des Geländes durch Hinweisstelen an die Firma und deren Produktionsgebäude.