Erfurt, Sorbenweg 7
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Geöffnet auch an den Feiertagen:
Christi Himmelfahrt (17.5.), Pfingstsonntag (27.5.) und
Pfingstmontag (28.5)
Öffentliche Führungen:
Jeden letzten Sonntag im Monat um 15.00 Uhr (Treffpunkt: Haupteingang)
Nächste Termine: 27.5., 24.6., 29.7.
Eintritt frei
Spenden sind willkommen.
Es gab „nicht Teufel und Menschen in Auschwitz, sondern Menschen und Menschen“, so Józef Szajna, ehemaliger polnischer Auschwitz- und Buchenwaldhäftling. Menschen, die das Lager wollten, errichteten und in Betrieb hielten, und Menschen, am Ende weit über eine Million, die dort umgebracht wurden.
In den Krematorien für den Völkermord an den europäischen Juden und Sinti und Roma errichteten Ingenieure von J. A. Topf & Söhne die Verbrennungsöfen und die Lüftungstechnik für die Gaskammern. An keinem anderen zivilen Ort waren die mit der Praxis der industriellen Vernichtung von Menschenleben verbundenen Fragen mehr präsent als in diesem Erfurter Unternehmen: als Auftrag, als Arbeit, als technologische Herausforderung.
Am 27. Januar 1945 wurde Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit.
Am 27. Januar 2011 wurde der Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz auf dem ehemaligen Firmengelände eröffnet. Damit bekennt sich die Landeshauptstadt Erfurt zu ihrer Verantwortung gegenüber der Geschichte und sichert einen historischen Lernort und dessen unersetzbares Potential zur Reflexion ethischer Fragen des Arbeitens und Wirtschaftens für die Zukunft.
Tage des Gedenkens an die Ermordung der Thüringer Juden
Im Mai 1942, vor 70 Jahren, begannen in Thüringen die Deportationen der jüdischen Bürger. Wie überall im Deutschen Reich waren auch sie nach Kriegsbeginn 1939 gezwungen worden, ihre Wohnungen zu verlassen und getrennt von nichtjüdischen Nachbarn in "Judenhäusern" unter schlechten Bedingungen zu leben. Dort erreichte sie wenige Tage vor der Deportation die Ankündigung, sich am 9. Mai an Sammelplätzen in ihrer jeweiligen Stadt einfinden zu müssen. Mit dem Zug wurden sie nach Weimar gebracht, dort in einer Viehauktionshalle festgehalten und am 10. Mai zusammen mit Juden aus Sachsen in ein Ghetto im polnischen Bełżyce verschleppt. Fast alle der 513 Männer, Frauen und Kindern aus Thüringen wurden in Bełżyce, im KZ Majdanek oder in anderen Vernichtungslagern ermordet. Die Deportationen am 9./10. Mai 1942 markieren den Beginn der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Thüringens.
Wir gedenken der Thüringer Bürger, die aus menschenfeindlichen und rassistischen Motiven ermordet wurden.
Gedenken verlangt Denken. Unser Netzwerk hat sich anlässlich des 70. Jahrestages des Beginns der Deportationen in Thüringen gebildet. Wir laden ein zu Veranstaltungen des Gedenkens, der historischen Erinnerung und der Reflexion, wie eine Kultur der Menschenwürde und der Demokratie verteidigt und geschaffen werden kann.